Phasenverschiebung.

Die Phasenverschiebung gibt an, wie lange eine Wärmewelle benötigt, um eine Wand von der Außen- bis zur Innenseite zu durchdringen.
Innerhalb des IsoHemp-Sortiments reichen die berechneten Werte von 4,9 Stunden beim 7,5-cm-Hanfstein bis zu 23,6 Stunden beim 36-cm-Hanfstein. Grundsätzlich gilt: Je länger diese Zeit ist, desto später wird die Außenwärme im Gebäudeinneren spürbar. Das ist ein hilfreicher Kennwert – allerdings nur bis zu dem Punkt, an dem die Dämpfung die entscheidende Rolle übernimmt.

 

Dämpfung.

Die Dämpfung beschreibt einen anderen Effekt: die Verringerung der Temperaturamplitude zwischen Außen- und Innenseite.
Eine Wand mit hoher Dämpfung verzögert die Wärmewelle nicht nur, sondern schwächt sie gleichzeitig erheblich ab. Genau das geschieht ab einer Wanddicke von 20 cm: Bei den Hanfsteinen mit 20, 25, 30 und 36 cm überschreitet die Dämpfung 300 %. Bei einer derart starken Abschwächung verlieren die berechneten Phasenverschiebungswerte – 13,1 h, 16,4 h, 19,7 h und 23,6 h – ihre physikalische Aussagekraft. Die Wärmewelle wird so stark gedämpft, dass auf der Innenseite keine ausreichend messbare Temperaturänderung mehr ankommt, um eine reale zeitliche Verschiebung bestimmen zu können. Genau darauf weist auch die IsoHemp-Übersichtstabelle hin: Diese Phasenverschiebungswerte sind aufgrund einer Dämpfung von mehr als 300 nicht signifikant.

Phasenverschiebung und Dämpfung, untrennbar miteinander verbunden.

Der Zahlenwert ist also nicht falsch – er ist lediglich nicht mehr sinnvoll vergleichbar.

Für Architekten, die ihre Materialwahl bei Projekten mit erhalten öhten Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz begründen müssen, verändert diese Nuance die Interpretation der Tabelle grundlegend: Eine nicht signifikante Phasenverschiebung bedeutet weder eine fehlende Angabe noch eine nicht gemessene Leistung, sondern zeigt, dass die Wand die Wärmewelle bereits nahezu vollständig dämpft, bevor sie den Innenraum erreicht.

 

 

 

 

Genau dies zeigt die IsoHemp-Übersichtstabelle: Ab einer Wandstärke von 20 cm sind die Werte der Phasenverschiebung aufgrund einer Dämpfung von über 300 % nicht mehr signifikant.

Konkret. 

In der Praxis bedeutet dies eine stabile Innentemperatur ohne ausgeprägte Temperaturspitzen – selbst an heißen Sommertagen. Die Wärmespitze von außen erreicht die Innenseite der Wand nicht mehr mit einer messbaren Intensität. Zusammen mit der hervorragenden Wärmedämmung des Materials (λ = 0,071 W/mK) trägt diese Stabilität dazu bei, den Heiz- und Kühlenergiebedarf über das gesamte Jahr deutlich zu reduzieren.

Eine offene Frage bleibt.

Eine Frage bleibt jedoch offen: Warum verhält sich der Hanfstein auf diese Weise? Die Antwort liegt in zwei weniger bekannten physikalischen Kenngrößen – der thermischen Diffusivität und der thermischen Effusivität –, die einen eigenen Fachbeitrag verdienen.

Mehr erfahren

Einen vollständigen Überblick über die Leistungswerte der IsoHemp-Hanfsteine in den verschiedenen Dicken bietet die Übersichtstabelle der Broschüre „Natürlich leistungsstark“, in der das gesamte Sortiment vom 7,5-cm-Hanfstein bis zum 36-cm- Hanfstein zusammengefasst ist.