Zwei physikalische Kenngrößen, die in der kommerziellen Kommunikation der Branche kaum erwähnt werden, jedoch den tatsächlich empfundenen thermischen Komfort in einem Gebäude maßgeblich beeinflussen.
Die thermische Diffusivität.
Die thermische Diffusivität beschreibt die Geschwindigkeit, mit der sich eine Temperaturänderung in einem Material ausbreitet. Sie hängt von drei Parametern ab: der Wärmeleitfähigkeit, der spezifischen Wärmekapazität und der Dichte. Je geringer sie ist, desto länger benötigt die Wärme, um die Wand zu durchdringen. Der IsoHemp- Hanfstein weist eine Diffusivität von etwa 1,4 × 10⁻⁷ m²/s auf – ein Wert, der etwa sechs- bis zehnmal niedriger ist als der von Ziegeln oder herkömmlichem Beton. Diese thermische Trägheit und nicht allein die Wanddicke erklärt die hohe natürliche Phasenverschiebung des Materials.
Die thermische Effusivität.
Die thermische Effusivität beschreibt hingegen die Fähigkeit eines Materials, Wärme mit seiner Umgebung auszutauschen. Sie beeinflusst die Oberflächentemperatur einer Wand und damit das Empfinden einer „kalten“ oder „warmen“ Oberfläche bei Berührung. Der IsoHemp-Hanfstein erreicht einen Wert von etwa 190 J·K⁻¹·m⁻²·s⁻¹ᐟ² – ein ausgewogener Bereich zwischen leichten Dämmstoffen mit geringer Effusivität und massiven Baustoffen wie Naturstein oder Beton mit hoher Effusivität.
Die Kombination beider Eigenschaften.
Die Kombination beider Eigenschaften macht die Besonderheit des Materials aus. Eine geringe Diffusivität verzögert den Wärmedurchgang, während eine moderate Effusivität sowohl den Kaltwandeffekt leichter Dämmstoffe als auch die hohe thermische Trägheit massiver Baustoffe vermeidet, die im Winter nur verzögert auf einen Heizbedarf reagieren.
Der Hanfstein muss sich nicht zwischen Sommer- und Winterkomfort entscheiden – seine physikalischen Eigenschaften ermöglichen beides.
In der Praxis.
In der Praxis zeigt sich diese Kombination in zwei unterschiedlichen Effekten – abhängig von der Jahreszeit.
Im Sommer erreicht die äußere Wärmespitze den Innenraum erst in den frühen Morgenstunden, wenn die Außentemperaturen bereits wieder sinken. Dadurch wird eine Überhitzung wirksam gedämpft, bevor sie spürbar wird.
Im Winter reduziert dieselbe thermische Trägheit die Wärmeverluste und stabilisiert die Innentemperatur – selbst nach dem Abschalten der Heizung.
Vergleich mit anderen Materialien.

Zusammenfassend.
Thermischer Komfort in einem Gebäude lässt sich daher nicht auf einen einzigen Lambda-Wert reduzieren (λ = 0,071 W/mK beim IsoHemp-Hanfstein). Er entsteht durch das Zusammenspiel von Wärmedämmung, Speichermasse, Diffusivität und Effusivität – vier physikalische Kenngrößen, die jeweils nur einen Teil der Gesamtwirkung beschreiben.
Für alle, die tiefer einsteigen möchten
Weiterführende technische Daten zum gesamten IsoHemp-Hanfstein-Sortiment sind in der Broschüre „Naturellement Performant“ übersichtlich nach Steinformat und Dicke zusammengestellt.